Unterstützung für das Volksbegehren „Zukunftsplan Kita“
Die Debatte im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat verdeutlicht, dass eine parlamentarische
Mehrheit für die sofortige Verbesserung der Kita-Bedingungen derzeit fehlt und dass die Landesregierung mit ihrer Ankündigung weiterer Dialoge mit den Beteiligten und geplanter Datenerhebungen lediglich auf Zeit spielt. Vor diesem Hintergrund erklärt die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-FREIE WÄHLER im Kreistag Ludwigslust-Parchim ihre volle Unterstützung für das am 21. April gestartete Volksbegehren „Kinder stärken. Entlassungen verhindern. Kitas sichern.“ Die Initiative der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern und des Landeselternrates fordert einen verbindlichen Stufenplan für einen besseren Personalschlüssel in den Kindertagesstätten des Landes.
Wir stehen an einem Wendepunkt. Der demografische Wandel im Land und der Rückgang der Kinderzahlen dürfen nicht als Sparmodell missverstanden werden. Im Gegenteil – es bietet sich hier die Chance, die Qualität der Kita-Betreuung endlich auf ein Niveau zu heben, das den Bedürfnissen der Kinder und auch der Fachkräfte gerecht wird. Der Fokus der Regierung auf die bereits bestehende Beitragsfreiheit und unterschiedliche regionale Bedarfe darf nicht davon ablenken, dass der Betreuungsschlüssel für Gruppen im Land noch immer zu hoch ist und dringend abgesenkt werden muss. Die Initiative fordert das Land daher auf, das Kindertagesförderungsgesetz noch in dieser Wahlperiode stufenweise anzupassen und den Personalschlüssel für Gruppen zu verbessern.
„Die Unterstützung des Volksbegehrens ist aus unserer Sicht nicht nur wichtig für die Zukunft der Kinder, sondern auch Teil einer konsequenten Familien- und Frauenpolitik“, so Fraktionsvorsitzender Philipp Lübbert. Ein besserer Personalschlüssel sei ein direkter Hebel zur Stärkung von Frauen, denn die Beschäftigten in der frühkindlichen Bildung sind zum überwiegenden Teil weiblich. Gute Arbeitsbedingungen in der Kita seien eine Frage der Wertschätzung weiblicher Erwerbsarbeit. Man müsse verhindern, dass durch Stundenreduzierungen oder Entlassungen wertvolle Fachkräfte aus dem Beruf gedrängt werden. Nur verlässliche und personell gut ausgestattete Kitas garantierten gute Arbeitsplätze. Auch sei eine hochwertige und verlässliche Kinderbetreuung die Grundvoraussetzung für die Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt. „Wenn Kitas aufgrund von Personalmangel Öffnungszeiten reduzieren müssen, sind es statistisch immer noch meist die Mütter, die ihre Arbeitszeit kürzen. Ein Erfolg des Volksbegehrens würde somit auch die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen stärken und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im ländlichen Raum verbessern“, betont die Fraktionsvorsitzende Ulrike Seemann-Katz.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-FREIE WÄHLER im Kreistag LUP rufen Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die
Unterschriftenlisten zu unterzeichnen. Besonders die Kita-Leitungen und Elternvertretungen im Landkreis sollten die verbleibende Zeit bis zum 15. Mai zu nutzen, um das Ziel von 100.000 Unterschriften zu erreichen. Ziel müsse es sein, den drohenden Abbau von über 3.000 Stellen landesweit zu verhindern und stattdessen die Qualität der frühkindlichen Bildung nachhaltig zu sichern.
Nachfragen:
Ulrike Seemann-Katz Tel. 0172-3244842,
Philipp Lübbert Tel. 0152-31852000,
E-Mail: post@gruenefw-lup.de

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